Notizblog & Ortsgeschichte | Anmerkungen

zu Friedbert MĂĽhldorfer (Herausgeber und Autor)

Stand 6.07.2020 (refresh!)

Quelle

Friedbert Mühldorfer (Hg. [und Autor]): Gedenkfeiern gegen das Vergessen – Der KZ-Friedhof in Surberg. (Ohne Druck- oder Verlagsort [Waging am See]) 2015.

Biografisches

Friedbert Mühldorfer (* ?) ist Lehrer und Historiker und organisierte über 30 Jahren lang (Stand 2015) die Gedenkveranstaltungen für den Kreisverband Traunstein der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (Klappentext des Buches). Friedbert Mühldorfer ist Mitautor und Mitherausgeber weiterer Veröffentlichungen (Dies ist mein letzter Brief..." Eine Münchner Familie vor der Deportation im November 1941, München 2014), hat Beiträge für das Historische Lexikon Bayerns (online) verfasst und arbeitet heute in München für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisvereinigung München. Schwerpunkt seiner Arbeit als Historiker sind Verfolgungsgeschichten, die Arbeit mit historischen Quellen, unter anderem biografische Recherchen zu Schicksalen von "Politisch Verfolgten und den Frauen und Männern des Widerstands", die in der Workshop-Reihe "Erinnerung braucht Empathie" zusammen mit Barbara Hutzelmann vom Stadtarchiv München am 26.04.2018 in München vorgestellt wurden (Stadtarchiv München, Facebook, abgerufen am 6.07.2020).

Ăśber den Inhalt/Zitate

"Wenige Stunden vor dem Eintreffen der amerikanischen Truppen wurden am 3. Mai 194 in der Nähe von Lauter noch über 60 KZ-Häftlinge eines 'Todesmarsches' von SS-Männern erschossen. Die Opfer wurden später im nahe gelegenen Surtal bestattet. Bald darauf waren sie fast vergessen ...

Seit 1985 gibt es jedes Jahr würdige Gedenkfeiern, in denen Überlebende des Naziterrors von ihren Erlebnissen erzählten. Viele dieser bewegenden Berichte sind in diesem Buch nachzulesen, ergänzt durch Fotos und Informationen zur Geschichte des 'Todesmarsches' und der Gedenkstätte" (Klappentext des Buches).

Aus meiner Sicht

Ich halte mit dem Buch von Friedbert Mühldorfer eine beispielhafte und ausgezeichnete Arbeit der Erinnerungskultur in Südostbayern in den Händen und gratuliere ihm zu dem Werk und seiner Gedenkarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus!

"Was man schreibt, das bleibt!" ist Motto und Titel meines Blogs zugleich. Dokumentation und Bewahrung von Quellen zur Verfolgungsgeschichte gehört zur Gedenkarbeit. Friedbert Mühldorfers Buch hat Vorbildcharakter für die immense Erinnerungsarbeit, die noch für Freilassing und andere Orte in unserer Gegend zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu leisten ist, um so künftigen Generationen nicht nur durch Information zu dienen, sondern ihnen hier zuvorzukommen zu unserer Ehrenrettung sozusagen. Denn eine vergleichbare Gedenkarbeit, zum Beispiel für die "Euthanasie"-Opfer, politisch und religiös Verfolgten während der Hitlerdiktatur im Raum Freilassing, gibt es (noch) nicht. Wenn wir heute die Gedenkarbeit nicht tun, dann werden die künftigen Generationen es tun (müssen), leider nur mit dem, was sie als Quellen und Material dann noch vorfinden werden.

Doch selbst wenn kein Überlebender oder Zeitzeuge der nationalsozialistischen Staatsverbrechen mehr am Leben sein wird, sich erinnern kann (was ein unermesslicher Verlust an Oral-History-Quellen ist, dazu kommen ihre noch vorhandenen persönlichen Dokumente und Fotos, sofern sie nach ihrem Ableben nicht gesichert und zB einem Archiv anvertraut werden), wird doch das Gedenken an die Opfer und die Gedenkarbeit, selbst in einem bescheidenen Umfang, noch immer fortgeführt werden können. Weil Millionen Dokumente, Berichte, Fotos und Veröffentlichungen nur darauf warten – vielfach schon digitalisiert, zB in den Arolsen Archives (vormals Internationaler Suchdienst Arolsen) – durch regionale Forschende ausgewertet und bleibend veröffentlicht zu werden.

Veröffentlicht am besten im Druck (als Pflichtnachweis in der Deutschen Bibliothek), gleichzeitig online zu Nachschlagezwecken und falls möglich und geeignet im Rahmen einer Opfergruppe mit regionalem Bezug als Ausstellungsset mit Postern, um die Menschen auf der Straße, die Bevölkerung und zB Lernende und Studierende zu erreichen. Nach diesem Konzept habe ich zur öffentlichen Wahrnehmung einer NS-Opfergruppe (in Englisch, Deutsch und anderen Sprachen), deren Angehörige zu den "vergessenen Opfern" gezählt werden, in den Jahren 1996 bis 2008 gearbeitet.

Natürlich gehören zur Erinnerungskultur auch Gedenktafeln und andere geeignete Mittel, zum Beispiel "Stolpersteine" (Rubrik in Vorbereitung), die Opfer der Vergessenheit zu entreißen, ihnen ein Gesicht verleihen, ihnen zumindest ihren Namen zurückzugeben.


Inhaltsverzeichnis MĂĽhldorfer 2015


Grußwort von Bürgermeister Josef Wimmer, Surberg – 6
Geleitwort von Landrat Siegfried Walch, Traunstein – 7

Friedbert MĂĽhldorfer:
Zu diesem Buch – 8
Der Todesmarsch – 10
Geschichte des Friedhofs – 22

Die Namen der Toten in Surberg – 32
Die Zeugenaussagen des Überlebenden Leo Neumann – 35

Ansprachen von Zeitzeugen
Kurt Messerschmidt (1985) – 38

Wird fortgesetzt ... (in Arbeit)

Aus dem Inhalt/Zitate

In Vorbereitung




Empfohlene Zitierweise

Stephan Wrobel, Anmerkung zu Friedbert Mühldorfer (Herausgeber und Autor), publiziert am 1.07.2020; in: "Was man schreibt, das bleibt!" (persönlicher Blog), URL: http://www.stephan-wrobel.de/anmerkungen/lit-muehldorfer.htm ( )